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Buddenbrooks: Verfall einer Familie

by Thomas Mann

de · ~930 min at 250 WPM

Die Konsulin Buddenbrook, neben ihrer Schwiegermutter auf dem Sofa... — nein, ich schreibe die Beschreibung.

Die Familie Buddenbrook, eine angesehene Lübecker Kaufmannsdynastie, steht im Mittelpunkt dieses Romans, der vier Generationen vom Wohlstand der 1830er Jahre bis zum Niedergang am Ende des Jahrhunderts begleitet. Der alte Johann führt das Handelshaus, doch unter seinen Nachkommen — dem pflichtbewussten Konsul Thomas, der lebenshungrigen Tony, dem haltlosen Christian und schließlich dem kränklichen, musikalischen Hanno — bröckelt die bürgerliche Festigkeit. Geschäftliche Fehlschläge, unglückliche Ehen und ein wachsendes Gefühl der Erschöpfung zehren am Vermögen und an der Lebenskraft der Familie, bis ihr Name am Schluss erlischt.

Thomas Manns erster großer Roman schildert mit ironischer Genauigkeit den Verfall einer Familie und damit den Übergang einer ganzen Epoche. Im Spannungsfeld von Pflicht und Sehnsucht, Geschäftssinn und Kunst, Lebenstüchtigkeit und Verfeinerung zeigt er, wie wachsende Sensibilität und Innerlichkeit die Tatkraft untergraben. Das Werk begründete Manns Ruhm und trug wesentlich zu seinem Nobelpreis bei.

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How it begins

Die Konsulin Buddenbrook, neben ihrer Schwiegermutter auf dem geradlinigen, weiß lackierten und mit einem goldenen Löwenkopf verzierten Sofa, dessen Polster hellgelb überzogen waren, warf einen Blick auf ihren Gatten, der in einem Armsessel bei ihr saß, und kam ihrer kleinen Tochter zu Hilfe, die der Großvater am Fenster auf den Knien hielt. »Tony!« sagte sie, »ich glaube, daß mich Gott –« Und die kleine Antonie, achtjährig und zartgebaut, in einem Kleidchen aus ganz leichter changierender Seide, den hübschen Blondkopf ein wenig vom Gesichte des Großvaters abgewandt, blickte aus ihren graublauen Augen angestrengt nachdenkend und ohne etwas zu sehen ins Zimmer hinein, wiederholte noch einmal: »Was ist das«, sprach darauf langsam: »Ich glaube, daß mich Gott«, fügte, während ihr Gesicht sich aufklärte, rasch hinzu: »– geschaffen hat samt allen Kreaturen«, war plötzlich auf glatte Bahn geraten und schnurrte nun, glückstrahlend und unaufhaltsam, den ganzen Artikel daher, getreu nach dem Katechismus, wie er soeben, anno 1835, unter Genehmigung eines hohen und wohlweisen Senates, neu revidiert herausgegeben war. Wenn man im Gange war, dachte sie, war es ein Gefühl, wie wenn man im Winter auf dem kleinen Handschlitten mit den Brüdern den »Jerusalemsberg« hinunterfuhr: es vergingen einem geradezu die Gedanken dabei, und man konnte nicht einhalten, wenn man auch wollte.

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