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Demian: Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend

by Hermann Hesse

de · ~200 min at 250 WPM

Um seine Geschichte zu erzählen, blickt Emil Sinclair auf seine Kindheit zurück, in der zwei Welten aufeinandertreffen: das helle, geordnete Elternhaus voller Pflicht und Geborgenheit und die dunkle, lockende Welt draußen, voller Verbotenem und Geheimnis. Als der ältere, rätselhafte Mitschüler Max Demian in sein Leben tritt, beginnt Sinclair, die frommen Gewissheiten seiner Herkunft zu hinterfragen. Demian wird ihm Freund, Lehrer und Verführer zugleich und führt ihn auf einen langen, schmerzhaften Weg der Selbstfindung, vorbei an Schuld, Einsamkeit und Erwachen, bis hin zur Begegnung mit Frau Eva und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Hesses Roman ist die eindringliche Geschichte einer inneren Reifung: der Versuch eines Menschen, ganz er selbst zu werden. Im Zeichen des Gottes Abraxas, der Gut und Böse vereint, verschmelzen Psychologie und Mystik. Bis heute spricht das Buch jeden an, der sich nicht mehr belügen will und seinen eigenen Weg sucht.

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How it begins

U m meine Geschichte zu erzählen, muß ich weit vorn anfangen. Ich müßte, wäre es mir möglich, noch viel weiter zurück gehen, bis in die allerersten Jahre meiner Kindheit und noch über sie hinaus in die Ferne meiner Herkunft zurück. Die Dichter, wenn sie Romane schreiben, pflegen so zu tun, als seien sie Gott und könnten irgendeine Menschengeschichte ganz und gar überblicken und begreifen und sie so darstellen, wie wenn Gott sie sich selber erzählte, ohne alle Schleier, überall wesentlich. Das kann ich nicht, so wenig wie die Dichter es können. Meine Geschichte aber ist mir wichtiger als irgendeinem Dichter die seinige; denn sie ist meine eigene, und sie ist die Geschichte eines Menschen — nicht eines erfundenen, eines möglichen, eines idealen oder sonstwie nicht vorhandenen, sondern eines wirklichen, einmaligen, lebenden Menschen. Was das ist, ein wirklicher lebender Mensch, das weiß man heute allerdings weniger als jemals, und man schießt denn auch die Menschen, deren jeder ein kostbarer, einmaliger Versuch der Natur ist, zu Mengen tot. Wären wir nicht noch mehr als einmalige Menschen, könnte man jeden von uns wirklich mit einer Flintenkugel ganz und gar aus der Welt schaffen, so hätte es keinen Sinn mehr, Geschichten zu erzählen.

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