Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914
Die zweite, vom Deutschen Verein für Kunstwissenschaft betreute Auflage dieses Handbuchs verzeichnet die bedeutendsten Kunstdenkmäler Mitteldeutschlands – mehr als zweitausend Orte. Georg Dehio ordnet das Material nach Ortschaften und beschreibt Kirchen, Burgen, Profanbauten und ihre Ausstattung knapp nach Bauzeit, Stil und kunstgeschichtlichem Rang, von der Romanik über Gotik und Renaissance bis zu Barock und Rokoko. Bewusst verzichtet das Werk auf die Vollständigkeit der amtlichen Inventare und bietet stattdessen Sichtung und Auswahl. In dieser Neuauflage entfallen die Literaturangaben, die Abkürzungen werden eingeschränkt, eine Übersichtskarte erleichtert die Orientierung.
Das Handbuch ist zugleich Reisebegleiter und Nachschlagewerk und hat die deutsche Denkmalpflege nachhaltig geprägt. Aus der frühen Bewegung der Denkmalpflege-Tage hervorgegangen, schult es den Blick für das Wesentliche und macht die Fülle deutscher Bau- und Bildkunst übersichtlich zugänglich. Dehios prägnante, sachliche Beschreibungen wurden zum Vorbild und begründeten eine bis heute fortgeführte Tradition kunsttopographischer Führer.
How it begins
Die erste Auflage dieses Werkes erschien in fünf Bänden in den Jahren 1905-1912. Ich beginne die zweite mit dem Ausdruck des Dankes an alle, die mich bei der Ausführung der ersten unterstützt haben. Ihre Zahl ist so groß, daß ich sie nicht einzeln nennen kann. An der Spitze steht die Dankespflicht gegen Seine Majestät den Deutschen Kaiser, der auf Antrag des Tages für Denkmalpflege durch Allerhöchsten Erlaß vom 27. März 1904 die finanzielle Grundlage des Unternehmens sichergestellt hatte. Die erste Anregung war von dem Unterzeichneten auf der im Jahre 1899 in Straßburg tagenden Generalversammlung der Deutschen Geschichtsvereine gegeben worden. Der erste Tag für Denkmalpflege, Dresden 1900, setzte die Erörterung fort und erklärte sich hinsichtlich der Wünschbarkeit lebhaft zustimmend, die Ausführbarkeit allerdings wurde mehrfach angezweifelt. Unter diesen Umständen mußte ich selbst die Arbeit übernehmen, wohl wissend, daß sie mich auf eine längere Reihe von Jahren vollständig in Anspruch nehmen werde. Sie zu einem ersprießlichen Ende zu führen wäre mir auch nicht möglich gewesen ohne die treue und unermüdliche Unterstützung der mir beigegebenen Kommission. Sie bestand aus Hugo Lörsch, Cornelius Gurlitt und Adolf von Oechelhäuser. Für Lörsch, dessen Tod wir im Jahre 1907 zu beklagen hatten, trat Paul Clemen ein. Die Jahre des Zusammenarbeitens mit ihnen werden mir stets in dankbarer Erinnerung bleiben. Jetzt mit der zweiten Auflage tritt das Handbuch unter die Fürsorge des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft.
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