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Die Verwandlung

by Franz Kafka

de · ~90 min at 250 WPM

Als Gregor Samsa eines Morgens erwacht, findet er sich in seinem Bett in ein ungeheueres Ungeziefer verwandelt. Der pflichtbewusste Handlungsreisende, der mit seiner Arbeit die Schulden der Familie abträgt, kann sich plötzlich nicht mehr verständigen und nicht mehr arbeiten. Während er an seinen neuen Insektenkörper gefesselt bleibt, reagieren Vater, Mutter und die geliebte Schwester Grete zunächst mit Schrecken, dann mit Pflichtgefühl und schließlich mit wachsendem Ekel. Eingesperrt in sein Zimmer, verkümmert Gregor zusehends, während die Familie ohne ihn neu zusammenfindet – bis sein einsames Ende für die Übrigen zur Erleichterung wird.

Kafkas berühmte Erzählung von 1915 verbindet nüchterne Sachlichkeit mit albtraumhafter Unmöglichkeit und entfaltet daraus zeitlose Themen: Entfremdung, die Last von Schuld und Pflicht, den Wert eines Menschen, der sich allein über seine Nützlichkeit bemisst, und die zerbrechlichen Bindungen der Familie. Bis heute gilt sie als Schlüsselwerk der modernen Literatur und prägte den Begriff des „Kafkaesken".

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How it begins

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen. »Was ist mit mir geschehen?« dachte er. Es war kein Traum. Sein Zimmer, ein richtiges, nur etwas zu kleines Menschenzimmer, lag ruhig zwischen den vier wohlbekannten Wänden. Über dem Tisch, auf dem eine auseinandergepackte Musterkollektion von Tuchwaren ausgebreitet war – Samsa war Reisender –, hing das Bild, das er vor kurzem aus einer illustrierten Zeitschrift ausgeschnitten und in einem hübschen, vergoldeten Rahmen untergebracht hatte. Es stellte eine Dame dar, die, mit einem Pelzhut und einer Pelzboa versehen, aufrecht dasaß und einen schweren Pelzmuff, in dem ihr ganzer Unterarm verschwunden war, dem Beschauer entgegenhob. Gregors Blick richtete sich dann zum Fenster, und das trübe Wetter – man hörte Regentropfen auf das Fensterblech aufschlagen – machte ihn ganz melancholisch.

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