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Dr. Mabuse, der Spieler

by Norbert Jacques

de · ~310 min at 250 WPM

Der elegante, alte Herr, dessen Namen niemand versteht, betritt einen vornehmen Spielklub und nimmt am Kartentisch Platz. Der junge Industriellensohn Hull verliert gegen ihn Runde um Runde, wie von einer unsichtbaren Macht gefesselt: Obwohl er ein Blatt mit Einundzwanzig hält, wirft er seine Karten hin und ruft, er habe verloren. Hinter dem rätselhaften Fremden verbirgt sich Dr. Mabuse – Spieler, Hypnotiseur und Meister der Verkleidung, der mit suggestiver Willenskraft Menschen lenkt und ein verbrecherisches Imperium über das Berlin der Nachkriegszeit spannt. Staatsanwalt von Wenk nimmt die Jagd auf den unfassbaren Verbrecher auf.

Der Roman fängt das Lebensgefühl der frühen Weimarer Republik ein: Inflation, Spekulation und moralische Haltlosigkeit. Mabuse verkörpert die Faszination und die Gefahr des entfesselten Willens, der andere zu bloßen Werkzeugen macht. Zwischen Hypnose, Glücksspiel und Verbrechen entfaltet Jacques eine packende Studie über Macht, Manipulation und den Verlust des eigenen Selbst – ein Werk, das durch Fritz Langs Verfilmung weltberühmt wurde.

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How it begins

D er alte vornehme Herr stellte sich selber vor. Wie üblich, verstand niemand den Namen. Aber er war elegant und in diskretes bestes Tuch gekleidet. Er hatte als Vorstecknadel eine einfache weiße Perle, etwas barock, aber von der Weiße eines blonden Frauenrückens, wie Karstens sagte, und legte gleich so gegen 20000 Mark vor sich auf den Spieltisch. Der junge Hull, Stämmling eines Industrie-Millionen-Vermögens, an dem sein Vater ihn reichlich teilnehmen ließ, hatte ihn mitgebracht. Man begann gleich zu spielen. Der Gast nahm mit einer stummen Verbeugung das Spiel an, das man vorschlug: Einundzwanzig. Die Sätze waren unbegrenzt. Ritter hielt die Bank als erster. Zunächst zeigte das Spiel durchaus nichts Ungewöhnliches. Verlust, Gewinn gingen reihum. Aber bald begann es, daß Hull verlor. Das begann fast mit demselben Augenblick, da die Reihe, die Bank zu halten, an den alten Herrn kam. Hull verlor zuerst Hundertmarkscheine. Er spielte gelassen und in sein Pech ergeben. Vor dem alten Herrn mischten sich kleinere Noten in den Haufen der Tausender, die er vor sich hingelegt hatte. Nur nach außen spielte Hull gelassen. Innerlich befand er sich in einer heißen Erregung. Es gingen Schleier vor seinem Hirn hin und her. Seine Noten chassierten zu dem Gast hinüber, ohne daß er es eigentlich merkte. Seine Sinne waren wie von einem feinen und unsichtbaren Spinnweb belegt, das ihn immer mehr einengte.

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