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Also sprach Zarathustra: Ein Buch für Alle und Keinen

by Friedrich Wilhelm Nietzsche

de · ~355 min at 250 WPM

Als der dreißigjährige Zarathustra zehn Jahre der Einsamkeit im Gebirge genossen hat, wandelt sich sein Herz: er will seine angesammelte Weisheit verschenken und steigt zu den Menschen hinab. Auf dem Markt einer Stadt verkündet er die Lehre vom Übermenschen — der Mensch sei etwas, das überwunden werden soll — und ruft dazu auf, der Erde treu zu bleiben. Doch die Menge versteht ihn nicht. In Reden, Gleichnissen und Liedern zieht Zarathustra fortan umher, sammelt Jünger, zieht sich wieder zurück und kehrt erneut zurück, ringend mit seiner schwersten Erkenntnis.

Das Werk entfaltet Nietzsches zentrale Gedanken: den Tod Gottes, den Willen zur Macht, die ewige Wiederkunft des Gleichen und die Umwertung aller Werte. In dichterischer, hymnischer Sprache verbindet es Philosophie und Dichtung zu einem der einflussreichsten Bücher der Moderne, das bis heute zum Selbstüberwinden und zur Bejahung des Lebens herausfordert.

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How it begins

Als Zarathustra dreissig Jahr alt war, verliess er seine Heimat und den See seiner Heimat und ging in das Gebirge. Hier genoss er seines Geistes und seiner Einsamkeit und wurde dessen zehn Jahr nicht müde. Endlich aber verwandelte sich sein Herz,—und eines Morgens stand er mit der Morgenröthe auf, trat vor die Sonne hin und sprach zu ihr also: „Du grosses Gestirn! Was wäre dein Glück, wenn du nicht Die hättest, welchen du leuchtest! Zehn Jahre kamst du hier herauf zu meiner Höhle: du würdest deines Lichtes und dieses Weges satt geworden sein, ohne mich, meinen Adler und meine Schlange. Aber wir warteten deiner an jedem Morgen, nahmen dir deinen Überfluss ab und segneten dich dafür. Siehe! Ich bin meiner Weisheit überdrüssig, wie die Biene, die des Honigs zu viel gesammelt hat, ich bedarf der Hände, die sich ausstrecken. Ich möchte verschenken und austheilen, bis die Weisen unter den Menschen wieder einmal ihrer Thorheit und die Armen einmal ihres Reichthums froh geworden sind. Dazu muss ich in die Tiefe steigen: wie du des Abends thust, wenn du hinter das Meer gehst und noch der Unterwelt Licht bringst, du überreiches Gestirn! Ich muss, gleich dir, untergehen , wie die Menschen es nennen, zu denen ich hinab will. So segne mich denn, du ruhiges Auge, das ohne Neid auch ein allzugrosses Glück sehen kann!

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