Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) / Neue Folge
Das soeben abgelaufene Jahr 1878 war für unsere Anstalt ein durchaus normales, während dessen stetig und ruhig an ihrer Entwickelung gearbeitet werden konnte, ohne daß besondere Schwierigkeiten zu überwinden gewesen, noch andere Förderungen erfolgt wären, als wir sie, Gottlob, seit Jahren in gleichem Maße erhalten haben, so daß wir in diesem Umfange ein normales Verhältniß sehen können. Allerdings sind diese Förderungen groß und namhaft, und gewiß ist es ein Zeichen des höchsten inneren Werthes und ganz besonderer Bedeutung unserer Anstalt, daß Jahr für Jahr die Nation ihr fortgesetzt Gaben in solchem Umfange reicht.
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Dieser Jahrgang des "Anzeigers für Kunde der deutschen Vorzeit" versammelt als gelehrte Zeitschrift des Germanischen Nationalmuseums zu Nürnberg eine Vielzahl kürzerer Beiträge, Berichte und Mitteilungen verschiedener Verfasser. Den Auftakt bildet ein Rechenschaftsbericht über das Jahr 1878, der die Förderung der Anstalt durch fürstliche und bürgerliche Gönner schildert, die Zuwächse der Sammlungen — Kupferstiche, Münzen, Waffen, Skulpturen und Bücher — verzeichnet und die fortschreitende Bautätigkeit dokumentiert. Daneben finden sich Aufsätze zur Geschichte, Kunst, Sprache und Kultur des deutschen Mittelalters und der frühen Neuzeit.
Das Werk steht für die Sammel- und Bewahrungsleidenschaft des 19. Jahrhunderts und das erwachende nationale Interesse an der eigenen Vergangenheit. Es zeigt, wie ein Museum durch breite Opferwilligkeit getragen wurde und sich Altertumskunde, Quellenforschung und Denkmalpflege zu einer gemeinsamen Aufgabe verbanden. Als zeitgenössisches Zeugnis vermittelt es einen lebendigen Eindruck der deutschen Geschichtsforschung jener Epoche.
How it begins
Das soeben abgelaufene Jahr 1878 war für unsere Anstalt ein durchaus normales, während dessen stetig und ruhig an ihrer Entwickelung gearbeitet werden konnte, ohne daß besondere Schwierigkeiten zu überwinden gewesen, noch andere Förderungen erfolgt wären, als wir sie, Gottlob, seit Jahren in gleichem Maße erhalten haben, so daß wir in diesem Umfange ein normales Verhältniß sehen können. Allerdings sind diese Förderungen groß und namhaft, und gewiß ist es ein Zeichen des höchsten inneren Werthes und ganz besonderer Bedeutung unserer Anstalt, daß Jahr für Jahr die Nation ihr fortgesetzt Gaben in solchem Umfange reicht, daß ohne Störung an der Entwickelung gearbeitet werden kann, und daß wir in solcher Betheiligung des allgemeinen Interesses einen normalen Zustand erblicken und Jahr für Jahr durch Mittheilung neuer Fortschritte die Gönner und Freunde in weitesten Kreisen erfreuen dürfen. Wie kein Jahr vergeht, ohne daß die Reihe jener Freunde, welche, wenn auch theilweise kleine, Jahresbeiträge leisten, neuen Zuwachs erhält, theils um sich zu erweitern, theils um Lücken zu ergänzen, welche Todesfälle und andere Ursachen herbeiführen, so ist auch im abgelaufenen Jahre eine beträchtliche Zahl neuer Gönner hinzugekommen, deren Namen in dem ersten der diesem Berichte beigegebenen Verzeichnisse aufgeführt sind, an dessen Spitze wir Se. kgl. Hoheit den Großherzog Ludwig IV. von Hessen-Darmstadt nennen dürfen, sowie Se. Maj. König Albert v.
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